Der Tagesablauf

Ein typsicher Tagesablauf in der Kindertagesbetreuung der Wildlinge

Der Treffpunkt in Urexweiler

Jeden Morgen und zu jeder Jahreszeit treffen sich die Wildlinge am Dachsbau (ein alter Wohnwagen) oben am Kirchhübel gegenüber des Parkplatzes des Urexweiler Friedhofs.

Der Vorteil sich gleich draußen zu treffen liegt darin, dass man nicht erst aus dem Fenster guckt und überlegt, ob man nicht vielleicht doch lieber drinnen bleiben möchte. Außerdem gewinnen wir wertvolle Zeit, da wir uns das Aus- und wieder Anziehen sparen und ohne lange Fußwege direkt in die Natur starten können.

Kurzum: Wir treffen uns im Regelfall immer draußen. Wenn es nicht mehr auszuhalten ist, können wir immer noch nach Hause zur Bärenhöhle in der Dillwiesstraße 24 oder zum Dachsbau: Bärenhöhle und Dachsbau.

Es gibt allerdings Ausnahmen: Bei Dauerregen, bei Sturm und Gewitter (ist selten am Vormittag) bleiben wir zu Hause. Wenn wir vom Wetter überrascht werden, sind die Wege kurz genug um schnell Schutz zu finden.

Die Wildlinge starten in den Tag

Sobald alle Kinder da sind, machen wir erst einen kleinen Morgenkreis. Hier schauen wir, ob jemand fehlt, singen ein Lied und suchen eine Platz aus zu dem wir an diesem Tag gehen möchten, dann ziehen wir los. Den Weg zum ausgesuchten Platz wollen wir wenn möglich, auf eigenen Beinen beschreiten, doch wenn mal jemand zu schlapp sein sollte kann sie oder er auch im Bollerwagen mitfahren. Auf dem Weg zum Tagsplatz halten wir immer wieder an festen Stationen an, um allen mehr oder weniger ihr eigenes Tempo zu lassen.

Am Ziel angekommen packen wir unsere Sitzkissen und unser Frühstück (Vesper) aus, dann waschen alle mit warmen Wasser und umweltverträglicher Seife die Hände. Nach einem kleinen „Tischspruch“ frühstücken wir gemeinsam. Während wir in Ruhe essen, können wir über Erlebtes sprechen und uns unseren erwählten Platz beobachten.

Vieles möchte entdeckt werden

Nun beginnt für die Kinder Ihre „Arbeit“, sie beginnen zu lernen wie die Welt so ist und das tun sie, indem sie losziehen, um zu entdecken, zu buddeln, hüpfen, balancieren, erfinden Gegenstände aus Ästen und anderen Waldgegenständen. Das regt die Phantasie, zum Austausch und zur Bewegung an.

In dieser Zeit bereite ich auch gerne mal das Gemüse vor, schäle und schnibbele, wer will kann helfen. Alles kommt dann in eine Schüssel und wird zu Hause vor dem Kochen gründlich gewaschen.

Wenn nicht vorher schon jemand eine neue Windel gebraucht hat, werden etwa gegen 10 Uhr alle Kinder gewickelt. Ich wickele im Stehen oder auf einem Fell mit Auflage, je nachdem was für das jeweilige Kind am angenehmsten ist. Beides geht dann ohne Laub in der Windel oder zu große Auskühlung im Winterhalbjahr.

Die Wunder der Natur lieben und schätzen lernen

Glücklicherweise gibt es viele Obstwiesen die wir besuchen dürfen. Hier können wir zusammen die Geschenke der Natur genießen. Aber nicht nur das Obst oder die Nüsse sind Geschenke die wir schätzen. Auch der Lauf der Jahreszeiten und das alljährliche Entstehen neuen Lebens – und wenn es nur die kleinen Keimlinge der Bäume im Spätherbst sind – bringen uns das Wunder des Lebens näher.

Auch die Tiere die hier immer wieder auf ihren Weiden und Koppeln stehen, Bienen und andere Insekten die umherfliegen oder krabbeln, bringen die Kinder immer wieder zum staunen und laden zum verweilen ein. Auch Rehe, Füchse oder sogar den Dachs können wir hier manchmal antreffen.

Der Ausklang eines Abenteuers in Urexweiler

Doch jeder Tag im Wald, bzw. in den Wiesen findet mal ein Ende. Irgendwann heisst es aufbrechen. Dann muss ich abwägen, ob ich alle in den Bollerwagen packe und wir uns sputen oder ob wir doch wieder gemeinsam laufen.

Zu Hause angekommen, legen wir alle unsere Waldkleider ab und gehen in unsere kleine Wohnung. Hier können die Kinder spielen, ein Buch schauen oder mir beim Kochen helfen. Wenn alles gut geht essen wir gegen zwölf.
Nachdem alle gegessen haben, wird wieder gewickelt und es geht ins Bett. Wer sehr müde ist, wird zuerst gewickelt und kann schon mal in sein Bettchen vorgehen. Alle schlafen in einem Zimmer in ihrem eignen kleinen Bett.

Wer noch nicht bereit zum Schlafen ist, kann mir noch in der Küche helfen, malen oder ein Buch lesen. Wenn dann alle geschlafen haben und wir noch Zeit haben gehen wir hinter das Haus und können dort noch spielen bis die Eltern kommen.

In naher Zukunft werden hier auch noch ein paar Hühner Ihr Zuhause finden die wir dann besuchen und mit Hühnerleckereien verwöhnen können.

Letzte wichtige Hinweise zur Kindertagesbetreuung

Wichtig ist, dass die Kinder von Kopf bis Fuß dem Wetter entsprechend angezogen sind. Die Kinder bringen einen kleinen Rucksack mit, in dem sollte sich ein kleines Sitzkissen, ihre persönliche Trinkflasche, ein bis zwei Wechselwindeln und ein kleines Vesper befinden.

Alles wird im Bollerwagen verstaut. Hier befinden sich auch immer zwei paar trockene Kleider und ein Erstehilfe-Set für den Fall der Fälle.